Welche Beweggründe stehen hinter dem Projekt?

Astronomische Aktivitäten lassen sich in der Welterbestadt Quedlinburg bis in das Jahr 1821 zurückverfolgen. Damals entdeckte der Pfarrer Johann Heinrich Fritsch, der in seiner Freizeit leidenschaftlich Astronomie betrieb, erstmals einen veränderlichen Stern. Der Stern Epsilon Aurigae im Sternbild Fuhrmann erschien nach 28 Jahren deutlich schwächer. Dieser „ Stern von Quedlinburg“ gibt den Astronomen auch heute noch einige Rätsel auf.

Es gingen viele Jahre ins Land, da stand 1957 im Quedlinburger Kulturboten ein emotional verfasster, sehr interessanter
„Aufruf an alle Freunde der Astronomie“ eine Arbeitsgemeinschaft zu bilden, aus der heraus der Bau einer Volkssternwarte erfolgen könnte.

Nachdem 1975 die AG „Astronomie und Raumfahrt“ in Quedlinburg gegründet worden ist, entstand das erste Mal ein konkreter Plan zum Bau einer Sternwarte. Dieser Plan konnte aus verschiedenen Gründen nicht realisiert werden.

Es dauerte mehr als 30 Jahre, da bekam die Idee neuen Auftrieb. Durch einen glücklichen Umstand kamen wir in den Besitz einer Original Zeiss- Kuppel, ein erster Schritt war getan. In der Folge gelang es uns auf dem Strohberg am Westrand der Stadt ein Gebäude zu pachten. Die Planungsarbeiten sind fast abgeschlossen, die sanierte Kuppel steht parat, auf das Haus gesetzt zu werden, der Innenausbau geht schrittweise voran.

Die gesamte Ausstattung an Teleskopen, Geräten, Möbeln, Zubehör etc. wartet nun darauf, in unser neues Domizil einzuziehen.

In der Sternwarte sollen regelmäßig öffentliche Beobachtungen und Vorträge stattfinden, dazu wird ein festes Jahresprogramm erarbeitet.

Da in Sachsen-Anhalt das Fach Astronomie zum Regelunterricht der Sekundarschulen und Gymnasien gehört, sind im Vorfeld Gespräche mit den Schulen der Stadt und der Freien Ganztagsschule Thale geführt worden, um Vereinbarungen für spezielle Nutzungen und Projekte zur Ergänzung der Astronomiestunden zu treffen. Im Vordergrund stehen dabei die Sonnen-, Mond- und Planetenbeobachtungen, Weltraumereignisse und die Astrofotografie.

Die Volks- und Schulsternwarte soll nach Fritsch benannt werden.

(wl/hb 2015)     zurück