Sternwarte Quedlinburg e. V.

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„Sternwarte Quedlinburg e. V.“

Ein noch junger Verein, der sich mit dem Umbau des alten Schieberhauses auf dem Strohberg zur Sternwarte beschäftigt. Anwohnern, Schulklassen und Besuchern Quedlinburgs werden dort öffentliche Beobachtungen und kulturelle Veranastaltungen  angeboten.

Welche Beweggründe stehen hinter dem Projekt?

Bedeutende astronomische Aktivitäten lassen sich in der Welterbestadt Quedlinburg bis ins Jahr 1808 zurückverfolgen. Damals entdeckte der Pfarrer der Marktkirche, Johann Heinrich Fritsch, der in seiner Freizeit leidenschaftlich Astronomie betrieb, dass im Sternbild Fuhrmann der Stern Epsilon Aurigae seine Helligkeit verändert. Dies teilte er Johann Bode, dem Direktor der Alten Berliner Sternwarte mit. Bode veranlasste, dass weitere Beobachtungen von Epsilon Aurigae erfolgten. Im Jahr 1904 wurde in einer wissenschaftlichen Veröffentlichung die Periodizität des Lichtwechsels von Epsilon Aurigae von rund 27 Jahren bestätigt. Der Stern trägt inzwischen den Namen „Stern von Quedlinburg“ und gibt den Astronomen auch heute noch einige Rätsel auf.
Es waren viele Jahre vergangen, da stand 1957 im „Kulturboten für den Kreis Quedlinburg“ ein emotional verfasster, sehr interessanter „Aufruf an alle Freunde der Astronomie“, eine Arbeitsgemeinschaft zu bilden, aus der heraus der Bau einer Volkssternwarte erfolgen könnte.
Nachdem 1975 die Arbeitsgemeinschaft „Astronomie“ im Kulturbund der DDR gegründet worden war, entstand das erste Mal die Idee zum Bau einer Beobachtungsstation auf dem Dach einer Schule in Quedlinburg. Dieser Plan wurde aber aus verschiedenen Gründen nicht in die Praxis umgesetzt.
Es dauerte mehr als 30 Jahre, bis die Idee zum Bau einer Sternwarte einen erneuten Auftrieb bekam. Durch Zufall erfuhren wir vom Abriss einer Schule in Oschersleben, auf deren Dach sich eine Beobachtungskuppel befand, die entsorgt werden sollte. Wir bekamen von der Stadt Oschersleben die Genehmigung, die Kuppel abzubauen und nach Quedlinburg zu überführen. Auf einem Privatgrundstück wurde die Kuppel vorerst eingelagert. Der erste Schritt zum Bau einer Sternwarte war damit getan. Da dieses Vorhaben mit einem großen finanziellen Aufwand verbunden ist, hat sich aus der Arbeitsgemeinschaft „Astronomie und Raumfahrt“ heraus, so inzwischen ihr Name, der „Sternwarte Quedlinburg e.V.“ gegründet.
Die Suche nach einem geeigneten Gebäude wurde im Jahre 2011 von Erfolg gekrönt. Vom Zweckverband Ostharz übernahm der Verein auf dem Strohberg ein Grundstück mit leerstehendem Schieberhaus und unterirdischem Wasserbehälter. Das Schieberhaus wird zur Sternwarte und der große Raum unter der Erde zur Mehrzwecknutzung umgebaut, so der Plan. Der Strohberg ist hinsichtlich seiner Lage günstig, da er die für Quedlinburg typische Dunstglocke überragt und außerdem kaum von störendem Streulicht beeinflusst wird.
Nachdem alle Unterlagen für den Bau der Sternwarte vorlagen, konnten die Arbeiten beginnen.
Eine Betonzwischendecke wurde gegossen, die desolate Dachkonstruktion abgetragen und durch eine stabile Balkenkonstruktion ersetzt, in der sich die Beobachtungsplattform befindet.
Der 9. Dezember 2015 war ein besonderer Tag, da wurde mit Hilfe eines großen Autokrans erst die massige Montierung auf die Plattform gehoben und dann die Beobachtungskuppel aufgesetzt. Für die vielen Zuschauer ein imposantes Schauspiel. Zeitnah wurden die Holzverkleidung ausgeführt, die Schindeln aufgebracht und die Innentreppe zur Beobachtungsplattform montiert.

Die Volks- und Schulsternwarte soll nach Fritsch benannt werden.

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