Beobachtungshinweise für den März 2025

Zwar ist am 29. März die Sonnenfinsternis das herausragende Ereignis aber bereits am 14. März ist in der Frühe eine partielle Mondfinsternis zu beobachten.Von Quedlinburg aus gesehen geht der Mond dann hinter dem Brocken unter.

Ein weiteres, ein nur alle acht Jahre auftretendes Phänomen, ist die Beobachtung der Venus am Abend und am Morgen. Günstig ist der 19. und 20. März 2025.

Die Beobachtung am Abend sollte jedem gelingen, am Morgen setzt die Beobachtung klares Wetter und freie Sicht nach Osten voraus. Gegen 5:40 Uhr MEZ kann mit dem Fernglas der Horizont abgesucht werden.

Venus am Abendhimmel

250307…Am Abend in Richtung Westen zeigt sich ein besonders heller Punkt bereits in der Dämmerung, unser Nachbarplanet die Venus. Passend zum Kindervortrag wurde eine kleine Fledermaus mit abgebildet, die vielleicht gerade ihr Sternbild sucht.

Am 23. März 2025 steht die Venus 8° nördlich über der Sonne, so daß sie theoretisch Morgen- und Abendstern sein kann. Man braucht nur Sonnenschein wie diese Woche und freie Sicht zum Horizont. Dann sollte man sie tatsächlich am Morgen und am Abend beobachten können. Es wird aber schwer.

Simon Marius, der unterschätzte Astronom aus Mittelfranken

250305…Wilfried machte sich mal wieder auf Spurensuche von nicht so bekannten Astronomen. Simon Marius aus Gunzenhausen entdeckte im Januar 1610 zeitgleich mit Galileo Galilei die vier großen Jupitermonde und verfasste darüber sein Hauptwerk „Mundus Iovialis“ (dt. Die Welt des Jupiters). Ein kurzweiliger Diavortrag mit vielen Informationen. Näheres zum Hofastronom findet man in der Wikipedia und im Marius-Portal.

Kindergarten zu Gast

250220… Am heutigen Tag bekam die Sternwarte Besuch der Gruppe der „Großen“, den 5 bis 6 -jährigen vom Kindergarten Westerhausen.

Den Kindern waren schon beim Betreten des ehemaligen Wasserbehälters, mit seinen gemauerten Bögen, die Neugier anzumerken. Zuerst wurden Rucksäcke und die Winterbekleidung abgelegt und dann ging es sofort zu den Bildern der Galerie. Viele erkannten sofort den Mond die Sonne und auch die Sterne. Schön zu sehen, mit welcher Ernsthaftigkeit und Fachwissen die Kleinen sich die Bilder gegenseitig erläuterten.

Dann hielt Rocki ein Vortrag über die kleine Fledermaus Flappi, die ihr Sternbild suchte. Alle waren mit großem Eifer dabei, machten hier und da kurze Einwürfe und waren von der Geschichte begeistert.

Die Besichtigung der Kuppel mit dem Teleskop war dann nochmal ein ganz besonderer Moment für die Kleinen, aber auch für alle Großen. Dörck hatte das Kreuz eines Turmes der Schlosskirche eingestellt. Jeder kletterte nun auf das Leiterchen und sah zuerst durch den Sucher und dann durch das große Teleskop. Die Beobachtungen Kinder zeigten, dass sie das Objekt sahen. Einige fingen an zu kichern. Es stellte sich heraus, dass die Kinder irritiert waren, weil der Turm auf dem Kopf stehend zu sehen war, genau wie die Fledermäuse, die im Vortrag an der Decke hingen. Auch der Ausblick aus dem Kuppelspalt auf die Stadt und die Landschaft schien die Kinder zu beeindrucken. Es war immer wieder das Wort „Cool“ zu hören.

Nach einem kräftigen Imbiss der mitgebrachen Leckereien überreichte zum Abschluss der Vereinsvorsitzende Hendrik dem Kindergarten zur Erinnerung noch ein kleines Teleskop.

Es war ein schöner Tag und nicht nur die Kinder werden den Besuch in bester Erinnerung behalten.
Auch wir freuen uns sehr, dass unsere jahrelange Arbeit eine solche Begeisterung bei den Kindern auslöst. Solche Momente belohnen uns, und spornen an das Projekt weiterzuführen.

Willkommen im Jahr 2025 – ein besonderes Jahr, nicht nur der Zahl wegen

250102…Alles Gute und viel Gesundheit im Jahr 2025 wünscht der Sternwartenverein Quedlinburg. Das Jahr 2025 ist in in vielerlei Hinsicht bemerkenswert. Es fängt schon selbst mit der Jahreszahl 2025 an, diese Zahl ist besonders. Sie entspricht dem Quadrat der Summe der Zahlen 1 bis 9, aber auch die Summe der Kubikzahlen von 1 bis 9 ergibt 2025. Und es gibt weitere Besonderheiten, die hier (MDR Wissen) nachzulesen sind.

In diesem Jahr gibt es für den Sternwartenverein viele runde Jubiläen zu feiern, u.a. 10 Jahre Hochzeit (die Kuppel wurde im Dezember 2015 mit dem Dachstuhl für immer und ewig verbunden). Schauen Sie also ab und zu mal auf der Sternwarte vorbei.

Da isser, der Komet…

241015…C/2023 A3 Tsuchinshan-Atlas. Dieser Komet wurde bereits im Januar 2023 entdeckt und nun erstmalig auf der Sternwarte Quedlinburg am Abend des 15. Oktobers 2024 beobachtet. Leider waren einige Hochwolken im Wege, aber es gelangen doch noch eindrucksvolle Aufnahmen. Mit dem bloßen Auge war er gegen 20:00 Uhr inclusive Schweif sofort erkennbar. Im Feldstecher 10×50 ist der Komet momentan ein bemerkenswertes Objekt.

Schon wieder Polarlichter…

241011…gab es in der Nacht vom 10. zum 11. Oktober 2024 zu sehen. Visuell waren sie sofort zu erkennen und die Veränderungen konnten sehr schön beobachtet werden. Die Vorhersagen hatten eine fast 100% Wahrscheinlichkeit visueller Polarlichter angekündigt. Ein schwerer geomagnetischer Sturm der Klasse G4, darüber kommt nur noch die Klasse G5, bescherte uns eine interessante Nacht. Vielleicht gibt es heute Nacht noch einmal eine Chance Polarlichter zu beobachten (Vorhersage).

Der Komet Tsuchinshan-Atlas kommt!

241009…Der vorhergesagte Komet Tsuchinshan-Atlas hat hat sich prächtig entwickelt und sollte nun ab dem 12./13. Oktober mit dem bloßen Auge am Sternenhimmel zu sehen sein (die obere Abbildung zeigt den Weg des Kometen bis zum 1.November 2024). Mitte Oktober ist er am hellsten und wird dann schnell schwächer.

Die Sternwarte lädt am 18. Oktober und zum Tag der Astronomie am 19. Oktober auf die Sternwarte Quedlinburg ein. Sollte der Himmel klar sein wird sich ein prächtiger Komet zeigen. Für die Beobachtung ist ein Feldstecher das bevorzugte Instrument.

Zum Fotografieren reicht ein 50 mm Kleinbildobjektiv, da der Schweif nach den letzten Beobachtungen über 30° lang war. Weitere Informationen finden Sie auch auf den Seiten des Mitteldeutschen Rundfunks und der Zeitschrift Spektrum der Wissenschaft, wo auch ein herrliches Bild des Kometen in der Morgendämmerung gezeigt wird (Aufnahme vom 2. Oktober 2024 in Namibia).

Physik der Nova TCrB

240904 An diesem Vortragsabend wurde ein ungeheuer spannendes Thema behandelt.
Martin Quast hatte die komplexen und anspruchsvollen Wirkungsmechanismen der erwarteten Nova des Sterns T im Sternbild der nördlichen Krone (TCrB) für die Zuhörer allgemeinverständlich aufbereitet.
Im Teil 1 ging es um die allgemeine Sternentstehung aus der interstellaren Molekülwolke.
Im Teil 2 wurden wir in die Möglichkeiten des Nachweises von Doppelsternsystemen eingeweiht.
Im Teil 3 gings dann speziell um das Doppelsternsystem T in der nördlichen Krone. Dieses System besteht aus 2 Sternen. Ein weißer Zwerg und ein roter Riese. Der weiße Zweg ist der älter der beiden und entstand bei einer Supernova, die aber im Stadium des weißen Zwergs endete, da dieser Stern nur die 1,37-fache Masse (Grenze ist 1,4) unserer Sonne besaß. Durch die gravitative Beeinflussung wird die sogenannte Roche Grenze (gravitatives Gleichgewicht zwischen den Doppelsternen) überschritten und vom roten Riesen schwappt Wasserstoff hin zum weißen Zwerg. Dies führt in einer Kettenreaktion zu dessen Massenzuwachs, hin zu weiterer Erwärmung, dadurch zur Vergrößerung des Durchmessers und somit auch zu weiteren Übergaben von Wasserstoff an den weißen Zwerg.
Das nun extrem schelle Aufblähen der Hülle des weißen Zwergs ist der Moment, der die Leuchtkraft von 10 mag auf 2 mag in die Höhe schießen lässt und diesen Stern am Nachthimmel mit bloßem Auge sichtbar werden lässt. Nun erfolgt die eigentliche Explosion des Wasserstoffs. Da der Stern weniger als 1,4 Sonnenmassen hat, endet das Spektakel wiederum im Stadium eines weißen Zwergs. Die Leuchtkraft geht nun innerhalb weniger Tage zurück auf 10 mag. Der Beeinflussungsmechanismus zwischen weißem Zwerg und rotem Riesen beginnt in diesen speziellen Fall nun von neuem.

Die Prognose des Ereignisses ist für September 2024 angekündigt. Wer es verpasst kann dann in 80 Jahren erneut zum Himmel schauen.

Danke an Martin Quast für den tollen Vortrag der uns nur erahnen lässt was da physikalisch wirklich vorgeht. Wir werden weiter jeden Abend ein Auge auf die nördliche Krone haben um das Ereignis nicht zu verpassen.

Dozent: Martin Quast 

Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
Zentrum für wissenschaftliche Weiterbildung
Kurskoordinator Zertifikatskurs Physik

Vor 46 Jahren …

240826…starteten Sigmung Jähn und Waleri Bykowski mit Sojus 31 in den Weltraum. Eine kleine Gruppe würdigte diesen historischen Moment auf der Sternwarte Quedlinburg. Viele Mitglieder lernten den sympatischen Sigmund Jähn persönlich kennen (siehe auch Beitrag aus dem Jahr 2018).

Nebenbei wurde die sehr aktive Sonne beobachtet.