Kindergarten zu Gast

250220… Am heutigen Tag bekam die Sternwarte Besuch der Gruppe der „Großen“, den 5 bis 6 -jährigen vom Kindergarten Westerhausen.

Den Kindern waren schon beim Betreten des ehemaligen Wasserbehälters, mit seinen gemauerten Bögen, die Neugier anzumerken. Zuerst wurden Rucksäcke und die Winterbekleidung abgelegt und dann ging es sofort zu den Bildern der Galerie. Viele erkannten sofort den Mond die Sonne und auch die Sterne. Schön zu sehen, mit welcher Ernsthaftigkeit und Fachwissen die Kleinen sich die Bilder gegenseitig erläuterten.

Dann hielt Rocki ein Vortrag über die kleine Fledermaus Flappi, die ihr Sternbild suchte. Alle waren mit großem Eifer dabei, machten hier und da kurze Einwürfe und waren von der Geschichte begeistert.

Die Besichtigung der Kuppel mit dem Teleskop war dann nochmal ein ganz besonderer Moment für die Kleinen, aber auch für alle Großen. Dörck hatte das Kreuz eines Turmes der Schlosskirche eingestellt. Jeder kletterte nun auf das Leiterchen und sah zuerst durch den Sucher und dann durch das große Teleskop. Die Beobachtungen Kinder zeigten, dass sie das Objekt sahen. Einige fingen an zu kichern. Es stellte sich heraus, dass die Kinder irritiert waren, weil der Turm auf dem Kopf stehend zu sehen war, genau wie die Fledermäuse, die im Vortrag an der Decke hingen. Auch der Ausblick aus dem Kuppelspalt auf die Stadt und die Landschaft schien die Kinder zu beeindrucken. Es war immer wieder das Wort „Cool“ zu hören.

Nach einem kräftigen Imbiss der mitgebrachen Leckereien überreichte zum Abschluss der Vereinsvorsitzende Hendrik dem Kindergarten zur Erinnerung noch ein kleines Teleskop.

Es war ein schöner Tag und nicht nur die Kinder werden den Besuch in bester Erinnerung behalten.
Auch wir freuen uns sehr, dass unsere jahrelange Arbeit eine solche Begeisterung bei den Kindern auslöst. Solche Momente belohnen uns, und spornen an das Projekt weiterzuführen.

Willkommen im Jahr 2025 – ein besonderes Jahr, nicht nur der Zahl wegen

250102…Alles Gute und viel Gesundheit im Jahr 2025 wünscht der Sternwartenverein Quedlinburg. Das Jahr 2025 ist in in vielerlei Hinsicht bemerkenswert. Es fängt schon selbst mit der Jahreszahl 2025 an, diese Zahl ist besonders. Sie entspricht dem Quadrat der Summe der Zahlen 1 bis 9, aber auch die Summe der Kubikzahlen von 1 bis 9 ergibt 2025. Und es gibt weitere Besonderheiten, die hier (MDR Wissen) nachzulesen sind.

In diesem Jahr gibt es für den Sternwartenverein viele runde Jubiläen zu feiern, u.a. 10 Jahre Hochzeit (die Kuppel wurde im Dezember 2015 mit dem Dachstuhl für immer und ewig verbunden). Schauen Sie also ab und zu mal auf der Sternwarte vorbei.

Da isser, der Komet…

241015…C/2023 A3 Tsuchinshan-Atlas. Dieser Komet wurde bereits im Januar 2023 entdeckt und nun erstmalig auf der Sternwarte Quedlinburg am Abend des 15. Oktobers 2024 beobachtet. Leider waren einige Hochwolken im Wege, aber es gelangen doch noch eindrucksvolle Aufnahmen. Mit dem bloßen Auge war er gegen 20:00 Uhr inclusive Schweif sofort erkennbar. Im Feldstecher 10×50 ist der Komet momentan ein bemerkenswertes Objekt.

Schon wieder Polarlichter…

241011…gab es in der Nacht vom 10. zum 11. Oktober 2024 zu sehen. Visuell waren sie sofort zu erkennen und die Veränderungen konnten sehr schön beobachtet werden. Die Vorhersagen hatten eine fast 100% Wahrscheinlichkeit visueller Polarlichter angekündigt. Ein schwerer geomagnetischer Sturm der Klasse G4, darüber kommt nur noch die Klasse G5, bescherte uns eine interessante Nacht. Vielleicht gibt es heute Nacht noch einmal eine Chance Polarlichter zu beobachten (Vorhersage).

Der Komet Tsuchinshan-Atlas kommt!

241009…Der vorhergesagte Komet Tsuchinshan-Atlas hat hat sich prächtig entwickelt und sollte nun ab dem 12./13. Oktober mit dem bloßen Auge am Sternenhimmel zu sehen sein (die obere Abbildung zeigt den Weg des Kometen bis zum 1.November 2024). Mitte Oktober ist er am hellsten und wird dann schnell schwächer.

Die Sternwarte lädt am 18. Oktober und zum Tag der Astronomie am 19. Oktober auf die Sternwarte Quedlinburg ein. Sollte der Himmel klar sein wird sich ein prächtiger Komet zeigen. Für die Beobachtung ist ein Feldstecher das bevorzugte Instrument.

Zum Fotografieren reicht ein 50 mm Kleinbildobjektiv, da der Schweif nach den letzten Beobachtungen über 30° lang war. Weitere Informationen finden Sie auch auf den Seiten des Mitteldeutschen Rundfunks und der Zeitschrift Spektrum der Wissenschaft, wo auch ein herrliches Bild des Kometen in der Morgendämmerung gezeigt wird (Aufnahme vom 2. Oktober 2024 in Namibia).

Physik der Nova TCrB

240904 An diesem Vortragsabend wurde ein ungeheuer spannendes Thema behandelt.
Martin Quast hatte die komplexen und anspruchsvollen Wirkungsmechanismen der erwarteten Nova des Sterns T im Sternbild der nördlichen Krone (TCrB) für die Zuhörer allgemeinverständlich aufbereitet.
Im Teil 1 ging es um die allgemeine Sternentstehung aus der interstellaren Molekülwolke.
Im Teil 2 wurden wir in die Möglichkeiten des Nachweises von Doppelsternsystemen eingeweiht.
Im Teil 3 gings dann speziell um das Doppelsternsystem T in der nördlichen Krone. Dieses System besteht aus 2 Sternen. Ein weißer Zwerg und ein roter Riese. Der weiße Zweg ist der älter der beiden und entstand bei einer Supernova, die aber im Stadium des weißen Zwergs endete, da dieser Stern nur die 1,37-fache Masse (Grenze ist 1,4) unserer Sonne besaß. Durch die gravitative Beeinflussung wird die sogenannte Roche Grenze (gravitatives Gleichgewicht zwischen den Doppelsternen) überschritten und vom roten Riesen schwappt Wasserstoff hin zum weißen Zwerg. Dies führt in einer Kettenreaktion zu dessen Massenzuwachs, hin zu weiterer Erwärmung, dadurch zur Vergrößerung des Durchmessers und somit auch zu weiteren Übergaben von Wasserstoff an den weißen Zwerg.
Das nun extrem schelle Aufblähen der Hülle des weißen Zwergs ist der Moment, der die Leuchtkraft von 10 mag auf 2 mag in die Höhe schießen lässt und diesen Stern am Nachthimmel mit bloßem Auge sichtbar werden lässt. Nun erfolgt die eigentliche Explosion des Wasserstoffs. Da der Stern weniger als 1,4 Sonnenmassen hat, endet das Spektakel wiederum im Stadium eines weißen Zwergs. Die Leuchtkraft geht nun innerhalb weniger Tage zurück auf 10 mag. Der Beeinflussungsmechanismus zwischen weißem Zwerg und rotem Riesen beginnt in diesen speziellen Fall nun von neuem.

Die Prognose des Ereignisses ist für September 2024 angekündigt. Wer es verpasst kann dann in 80 Jahren erneut zum Himmel schauen.

Danke an Martin Quast für den tollen Vortrag der uns nur erahnen lässt was da physikalisch wirklich vorgeht. Wir werden weiter jeden Abend ein Auge auf die nördliche Krone haben um das Ereignis nicht zu verpassen.

Dozent: Martin Quast 

Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
Zentrum für wissenschaftliche Weiterbildung
Kurskoordinator Zertifikatskurs Physik

Vor 46 Jahren …

240826…starteten Sigmung Jähn und Waleri Bykowski mit Sojus 31 in den Weltraum. Eine kleine Gruppe würdigte diesen historischen Moment auf der Sternwarte Quedlinburg. Viele Mitglieder lernten den sympatischen Sigmund Jähn persönlich kennen (siehe auch Beitrag aus dem Jahr 2018).

Nebenbei wurde die sehr aktive Sonne beobachtet.

Möbel für die Sternwarte

240823…Ein altes Büro wurde von der Kreisvolkshochschule für die Sternwarte abgebaut und umgelagert. Es reichten tatsächlich nur zwei Autofahrten aus, um alle Teile in der Sternwarte zwischenzulagern. Im Winter werden die Teile zusammen gebaut.

Eine warme Beobachtungsnacht mit vielen Höhepunkten

240812…Mittags am 12. August sollte der Perseidenstrom seinen Höhepunkt erreichen. Selbstverständlich sind an den Tagen davor und danach noch viele Sternschnuppen zu sehen. Für den frühen Abend des 12.08. hatte sich der MDR sowohl für den Hörfunk als auch für das Fernsehen angekündigt. Die Hörfunksendung wurde 18:40 Uhr live ausgestahlt, der Fernsehbeitrag am 13. August 2024 um 14:00 Uhr und 19:00 Uhr im MDR-Fernsehen Sachsen-Anhalt.

Es fanden sich viele Besucher ein, erfreulicherweise auch viele Kinder, die sich beim Anblick einer Sternschnuppe etwas wünschen konnten.

Bevor der Himmel richtig dunkel wurde, konnte die Sonne mit den zwei großen Fleckengruppen fotografiert werden. Diese Flecken sah man durch die Finsternisbrille mit dem bloßen Auge. Achtung! Beim Blick in die Sonne immer eine Finsternisbrille benutzen. In der Dämmerung kam der Halbmond dazu, der aber bald unterging und für die Perseidenbeobachtung nicht weiter störte.

Dann wurde sich auf die Lauer gelegt. Bis Mitternacht konnten wir 26 Sternschnuppen zählen. Bis 3:00 Uhr morgens immerhin 93 Stück. 10 Sternschuppen konnten fotografiert werden, wobei dafür etwa 800 Aufnahmen mit jeweils 10 Sekunden Belichtungszeit notwendig waren. Als Krönung des Beobachtungsabend gab es noch ein Polarlicht zu beobachten (auf dem Bild der rosa eingefärbte Bereich).

Die ganz „Harten“ hielten bis 3:00 Uhr aus und Stefan machte nebenbei mit seinem 4/200 Teleobjektiv und einem Schmalbandfilter noch Aufnahmen von Komet Olbers (Aufnahme vom 5.8.2024 mit 2 Minuten Belichtungszeit), vom Cirrusnebel
(26 x 300 Sekunden = 130 Minuten) und von IC 1805 und IC 1848 (Herz- und Seelennebel (6 x 300 Sekunden = 30 Minuten Belichtungszeit).

Am Morgen zeigte sich die enge Begegnung von Mars und Jupiter im Sternbild Stier.

Die Lüftung läuft wieder

240801…Heute am 1. August wurde die Lüftung repariert. Das Kugellager wurde getauscht, eine neue Welle eingesetzt und die Bürstenbänder erneuert. Der Testbetrieb verlief erfolgreich, so dass nun endlich nach fünf Monaten die Lüftung wieder permanent läuft.